Unser Engagement in Deutschland

Übersicht

Besuche bei Menschen ohne festen Wohnsitz & Suchtkranken (2020)

Im Jahr 2020, welches durch die Pandemie geprägt war, haben wir damit begonnen, uns sowohl im Bonner als auch im Kölner Raum für Menschen ohne festen Wohnsitz und Drogenabhängige zu engagieren.

Der Hintergrund: Viele bis dato etablierte Hilfsangebote waren durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weggefallen, sodass diejenigen, um die es in unserer Gesellschaft ohnehin schon schlechter bestellt ist, besonders unter den Einschränkungen zu leiden hatten. Mit Beginn der kalten Jahreszeit noch einmal mehr.

Unsere Überlegung: Wenn sich die Kontaktbeschränkungen bereits für unsere Familien und uns selbst so einschneidend und herausfordernd anfühlten, wie mussten sie dann für die Menschen auf der Straße sein? Menschen, die allein auf sich gestellt sind, deren Kontakte untereinander nun ebenfalls untersagt sind, die sich jedoch gleichermaßen nach Ansprache und Gesellschaft sehnen.

Getragen von diesem Gedanken haben Mitglieder unseres Vereins, darunter einige Eltern mit ihren Kindern, Kleiderspenden gesammelt, warme Decken, Schlafsäcke und Lebensmittel, um diese den Obdachlosen zu schenken. Und um mit ihnen gemeinsame Zeit zu verbringen. Was von den Begegnungen bleibt, schildert ein ehrenamtlicher Mitarbeiter unseres Vereins: 

Oliver Drathen aus Eitorf war zusammen mit Janine Mittelstädt, Christian Senftleben und Jürgen Perteck in Bonn unterwegs.

Warum habt ihr euch für Obdachlose und Drogenabhängige engagiert?“
„In der Corona-Zeit sind die Hilfsangebote für diese Menschen extrem zurückgefahren worden. Plötzlich gab es keine Essensausgaben mehr, bekannte Anlaufstellen waren geschlossen. Taxifahrer, die hin und wieder Obdachlosen Essen gebracht haben, waren nicht mehr vor Ort. Und dann kam die Kälteperiode. Eine schlimme Vorstellung. Wir haben uns überlegt, was wir für diese Menschen tun können und haben – ganz praktisch – warme Kleidung, Schlafsäcke und Decken gesammelt, heißen Tee und Kaffee gekocht, Kekse und Süssigkeiten eingepackt und uns auf den Weg gemacht, zu dritt oder zu viert, zu den bekannten Plätzen in Bonn und Köln, in den Straßen oder U-Bahnhöfen.“

„Wie habt ihr die Zusammentreffen erlebt?“
„Zuerst gab es eher zurückhaltende Reaktionen. Aber als wir ins Gespräch kamen, waren es sehr beeindruckende Begegnungen. Es sind ja Menschen wie Du und ich. Die einfach Pech im Leben hatten. Oder Schicksalsschläge erlebt haben. Ich erinnere mich an einen jungen Mann, Matthias, Ende 20, dessen Frau und Kind plötzlich aus dem Leben gerissen wurden. Er kam über den Verlust einfach nicht hinweg und lebt heute auf der Straße. Oder eine Frau mit ihrem Hund, die sich immer wieder vergeblich um eine Wohnung bemüht hatte und überall abgelehnt wurde.“

„Was ist für die Zukunft geplant?“
„Es soll auf jeden Fall im nächsten Winter wieder ähnliche Aktionen geben. In Köln gibt es in diesem Monat Mai eine weitere Aktion und auch da sind weitere geplant. Wir alle hatten den Eindruck, dass die Menschen sich wirklich gefreut haben, dass wir da waren. Ja, ich glaube, wir haben denen eine echte Freude gemacht.“

Auch in Zukunft sind regelmäßige Aktionen für Menschen ohne Obdach geplant. Helfer und Förderer sind jederzeit herzlich willkommen.

Weitere Einsätze auf der Straße: Unterwegs in Köln und Bonn (2021)

Auch 2021 unternahmen Gruppen ehrenamtlicher Mitarbeiter rund um Angelina und Kyrill Brobowski, Elke und Anke Skwirblies und Andreas Zörbel Besuche bei Menschen ohne festen Wohnsitz in Köln. Die Aktionen werden laufend fortgeführt und spontan initiiert. Weitere Helfer sind jederzeit willkommen. Die Eindrücke eines Tages hat die Gruppe in einem sehr persönlichen Video festgehalten:

Vor Weihnachten waren Anke und Elke Skwirblies, Andreas Zörbel und Kathrin Anderseck in Köln unterwegs, um Menschen ohne festen Wohnsitz mit heißen Getränken, Weihnachtsgebäck und warmen Decken zu versorgen. Den Blog-Beitrag gibt es hier: Weihnachten in Köln.

In Bonn waren am selben Wochenende Christian Senftleben, Anthea und Jürgen Perteck sowie Janine und Oliver Drathen unterwegs. Begleitet wurde die Gruppe von Frank Strebel, Lokalredakteur des Schaufenster Bonn, der einen beeindruckenden Bericht über die Aktion für uns veröffentlicht hat. In unserem Pressespiegel.

Spenden-Aktionen für die Flutopfer in den Nachbarkreisen (2021)

Anlässlich der verheerenden Flutkatastrophe haben wir von Menschenfreude e.V. über die Sozialen Medien zu Spenden aufgerufen. Innerhalb kürzester Zeit durften wir uns über eine Spendensumme von über 3.700€ freuen, mit der wir Familien im Rhein-Sieg-Kreis sowie im Kreis Ahrweiler unterstützen konnten. 

Unter anderem haben wir Menschen mit Geldbeträgen bedacht, die ihr Zuhause teilweise oder komplett verloren haben. Ebenso haben wir eine Initiative aus Alfter unterstützt, die über Wochen warme Mittagessen in vom Stromnetz abgeschnittene Dörfer geliefert hat. 

Mehr Informationen zu unserer Flutopfer-Spendenaktion in diesem Blog-Beitrag.

Darüber hinaus hat unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Anke Skwirblies zu einer weiteren Spendenaktion aufgerufen in Zusammenarbeit mit ihrem Arbeitgeber, dem TÜV Rheinland. Hier kamen Sachspenden aus ganz Deutschland zusammen, die wir in unserem Swisttaler Lager sortiert und in die Krisengebiete gebracht haben.

Einblicke in diese großartige Aktion gibt es hier:

Anke in Aktion – Spendensammlung in Kooperation mit dem TÜV Rheinland (Teil 1)

Jetzt wird sortiert – Spendensammlung in Kooperation mit dem TÜV Rheinland (Teil 2)

Aktion mit den Klinik-Clowns Koblenz e.V. (2021)

In Zusammenarbeit mit den Koblenzer Klinik-Clowns rund um unsere Partnerin Sylvia Siener haben wir 2021 damit begonnen, ältere Menschen zu besuchen und sie über die farbenfrohen Mittel des Emotionstheaters zu erreichen, wie zum Beispiel im Alfterer Seniorenzentrum. Mehr Infos über die Klinik-Clowns Koblenz e.V. hier.

Stadtrundgang: Bonn aus Sicht einer ehemaligen Obdachlosen (2022)

Auf Initiative unseres ehrenamtlichen Mitarbeiters Christian Senftleben, der sich seit Jahren für Menschen ohne festen Wohnsitz in Deutschland und Norwegen einsetzt, hat es im Februar einen besonderen Stadtrundgang durch Bonn gegeben. Die ehemalige Obdachlose Melanie lud ein, ihre Sicht auf die Stadt, die Lebenswirklichkeit von Menschen ohne festen Wohnsitz hautnah zu erleben. 

Melanie und ihr Mann sowie weitere Bonner Menschen ohne festen Wohnsitz wurden im Vorhinein von unserem Verein unterstützt. Es war gelungen, ein Zimmer für Melanie zu organisieren. Ihren Lebensunterhalt bessert die junge Frau nun mit diesen Stadtrundgängen auf. Bei Interesse an einem Stadtrundgang aus Sicht einer ehemaligen Obdachlosen, schreibt uns gerne eine Email und wir leiten sie an Christian Senftleben weiter.

Wer solche und ähnliche Aktionen unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen mitzuhelfen. Ehrenamtlich als Mitarbeiter in unserem Verein oder als Förderer – wir freuen uns über jeden Beitrag und bedanken uns von Herzen.