Aktuelles Projekt: Sanierung der Nepal Charter Primary School

Kathrin

Redakteurin
Als bisher finanziell aufwändigstes Projekt unseres Vereins Menschenfreude e.V. planen wir derzeit die Sanierung einer Schule in Nepal. Über die Düsseldorfer Schmitz Stiftung erhoffen wir uns eine Fördersumme aus dem EZ-Kleinprojektefonds. Um die Gelder abrufen zu können, benötigen wir einen Eigenanteil von 5.000 €, für den wir aktuell sammeln. Unter anderem durch Aktionen vor Ort sowie unsere erste Crowdfunding-Kampagne unter Gofundme.
Menschenfreude Schulsanierung Nepal

Die Anfänge von Menschenfreude e.V. liegen in Nepal. Im dritten Jahr nach der Gründung freuen wir uns, jetzt das bisher finanziell aufwändigste Projekt an den Start bringen zu können. Zusammen mit Fachleuten vor Ort haben wir die Ausführung und Finanzierung der Schulsanierung geplant. Unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Narayan Pahari leitet das School Construction Committee mit der Schulleiterin, Lehrern und weiteren Helfern.

Der erste Kontakt 2018: Narayan Pahari (Mitte) ist unser Mann vor Ort. Im Hauptberuf arbeitet er bei der Deutschen Botschaft in Kathmandu. Im Bild mit Maximilian und Jürgen Perteck.

Schule sichert Bildung für arme Familien

Narayan Pahari berichtet für unseren Blog: „Die Schule ist eigentlich staatlich organisiert. Sie wird aber überwiegend von Frauen aus der Gemeinde Budanilkanta betrieben. Gemeinnützig. Sie ist für rund 160 Kinder zwischen drei und 15 Jahren ein fester Anlaufpunkt, darunter viele Waisenkinder. Man kann sagen: Die Schule bedeutet für die Menschen in dieser armen Region einen Zugang zur Grundbildung.“

Die Schule ist ein fester Bezugspunkt. Es gibt kaum Infrastruktur wie Krankenhäuser oder andere öffentliche Einrichtungen.

Und weiter: „Allgemein gibt die nepalesische Regierung wenig Geld für staatliche Schulen aus. Das Land ist arm und es wird wenig in Bausubstanz und Ausstattung investiert. Kinder aus wohlhabenderen Gesellschaftsschichten besuchen meist private Einrichtungen, für die Schulgeld erhoben wird. Kinder aus ärmeren Familien besuchen öffentliche Grundschulen – wenn überhaupt – müssen jedoch auch hier Gelder entrichten.“ 

Gebäude in marodem Zustand

Was Narayan beschreibt, trifft auch für die Nepal Charter Primary School zu: Die Schule ist die einzige staatliche Einrichtung in der Region. Bei unserem ersten Besuch war schnell klar: Die Bausubstanz ist in marodem Zustand. Die Wände bestehen aus einfachen, lückenhaften Planken aus Wellblech. Die Räume sind dunkel und ständig zugig. Türen sind nur sporadisch vorhanden, Fensterscheiben zerbrochen. 

Bilder von 2020: Gebrochene Fensterscheiben bergen eine Verletzungsgefahr für die Kinder.

In einem Gespräch erklärt die Rektorin unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern die täglichen Abläufe, die für Schüler und Lehrer vor Ort Realität sind. Zum Beispiel die Wasserversorgung: Einmal im Monat kommt ein Tanklaster und befüllt große Plastikbehälter mit Trinkwasser. Die lange Standzeit des Wassers in den Behältern führt zu Verunreinigungen. Gesundheitliche Probleme der Kinder sind daher eine ständige Belastung.

Innerhalb des Gebäudes gibt es auch keine Leitungen. Das Wasser muss transportiert und mittels Schläuchen in die einzelnen Räume verteilt werden. Die Toilettenspülung erfolgt über stark verkeimte Plastikeimer. Neben der Gesundheitsgefahr ist die ständige Geruchsbelästigung im ganzen Gebäude die Folge. 

Die Toiletten selbst sind in schlechtem, nicht kindgerechtem Zustand: Einfache Löcher im Boden, nebeneinander, der Raum einsehbar und ohne Privatsphäre. 

Als Toiletten dienen einfache Löcher im Boden. Fäkalgerüche breiten sich im Gebäude aus.

Schulmaterial ist Mangelware 

Die Unterrichtsräume sind klein, dunkel und nur rudimentär ausgestattet. Die kombinierten Tische und Bänke sind alt, teilweise verbogen und müssen von bis zu vier Kindern gemeinsam genutzt werden. Manchmal verbringen die Schülerinnen und Schüler bis zu neun Stunden täglich in dieser für unsere Verhältnisse extrem lernunfreundlichen Atmosphäre.

Bei einem früheren Besuch haben wir den Kindern bereits Unterrichtsmaterial mitgebracht. Denn selbst einfache Stifte und Hefte sind Mangelware.

Verbesserung der Lernumgebung ist das Ziel

„Wir möchten Schulgebäude und Ausstattung deutlich verbessern.“ Unser Menschenfreude-Vorstand Jürgen Perteck hat gemeinsam mit Narayan Pahari, den dort Engagierten Raphaela Goldschmidt, Julian Renne und Yvonne Pande sowie dem Schul-Team vor Ort den Beschluss gefasst, in die Qualität der Ausbildung der 160 Schülerinnen und Schüler zu investieren. Das Projekt soll „ein Vorbild werden und der Lokalverwaltung aufzeigen, was erreicht werden kann, wenn Sanierungsmaßnahmen entsprechend realisiert werden.“ 

„Eine echte Chance, mehr solcher Projekte zu organisieren – und das über die Grenzen des Dorfes hinaus.“ (Narayan Pahari)

So ist Bildung im von Kasten geprägten Nepal eine der wenigen Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs. Eine verbesserte Lernsituation kann damit für Kinder aus ärmeren Gesellschaftsschichten „eine echte Chance bedeuten, einen finanziell unabhängigen Lebensweg zu beschreiten und einen Weg aus der Armutsspirale zu finden.“

Ein lokales Bauunternehmen hat in Abstimmung mit dem School Construction Committee die Pläne erarbeitet.

Vorbildcharakter für die Region

Konkret sind in den kommenden Monaten folgende Arbeiten geplant:

  • Sanierung des Daches
  • Austausch und Sanierung der Wellblechwände
  • Installation einer Trinkwasserfilter-Anlage
  • Herstellung hygienischer Toilettenräume mit Trennwänden

„Nach Fertigstellung der Arbeiten am Gebäude wird die Trinkwasserfilter-Anlage geliefert und installiert.“ Wie auch in vergangenen Projekten arbeiten wir auch hier wieder mit INAQUA aus Mönchengladbach zusammen. Die Anlage wird weitgehend wartungsfrei betrieben und sichert so die Versorgung mit Trinkwasser auf lange Sicht. 

In früheren Projekten konnte unser Verein auch eine andere Schule erstmalig mit Trinkwasser versorgen…
… die Kinder haben eigene Flaschen erhalten, sodass sie auch Wasser mit nach Hause nehmen können, um es mit der Familie zu teilen.

Wir bitten um Spenden für den Eigenanteil 

Derzeit stehen wir in engem Kontakt mit der Düsseldorfer Schmitz Stiftung und unsere Antragsgenehmigung für das Bauprojekt ist nah. „Um die benötigten Gelder abrufen zu können, wird allerdings ein Eigenanteil von 5.000 € benötigt, für den wir um Spenden bitten.“ Unser Menschenfreude-Team rund um Vorstand Jürgen Perteck hat einige Aktionen ins Leben gerufen, um dieses Ziel zu erreichen.

Auf unserer Website und in den Sozialen Medien halten wir Euch auf dem Laufenden und informieren Euch über den Fortgang des Projekts. Zum Beispiel bei Instagram. Außerdem freuen wir uns, unsere erste Crowdfunding-Kampagne zu starten und erhoffen uns auch hier zahlreiche Spenden für die Schulsanierung in Nepal.

Möchtet ihr helfen? Bei gofundme könnt ihr für die Schulsanierung spenden.

Helft uns auch zu helfen

Wenn Ihr das Nepal-Projekt unterstützen möchtet, freuen wir uns sehr.

 

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